Sehr geehrte Kunden, 

Ein örtlicher Entsorgungsbetrieb hat kürzlich das Märchen in die Welt
gesetzt, durch "Rückgabe der Papiertonne" ließen sich Abfallgebühren
sparen. Die These offenbart das abenteuerliche Rechtsverständnis des Betreffenden.

Weitere Behauptungen der Firma haben ebenfalls höchstens Unterhaltungswert.
Anstatt an dieser Stelle darauf einzugehen, gestatten wir uns folgenden Hinweis:
Der Gesetzgeber hat den Sammelaktivitäten privater Firmen Grenzen gesetzt.
Die Gemeindewerke bestehen darauf, dass diese Grenzen beachtet
werden - aus einem einzigen Grund: Weil ihre Überschreitung die
Müllgebühren erhöht.

Warum ist das so? Die öffentliche Müllabfuhr ist im Gegensatz zu privaten Entsorgern
verpflichtet, die Entsorgung jederzeit zu garantieren. Das bringt hohe Fixkosten mit sich, die
über Gebühren umgelegt werden, und zwar nach Volumen der verteilten Restmüllbehälter.
Je mehr davon abgemeldet oder verkleinert werden, desto stärker werden also die
verbleibenden Mülltonnen mit Fixkosten belastet - sprich: die Gebühr steigt.

Von welchen Fixkosten reden wir? Vor allem von den Nachsorgekosten für
alte Mülldeponien, von der Aufrechterhaltung eines flächendeckenden
Abfuhrplanes sowie von Vorhaltekosten für Personal und Fahrzeuge auch
für den Fall, dass ein privater Entsorger z.B. insolvent wird oder mangels
hinreichend maximierbarer Gewinne das Interesse am Rosinenpicken verliert.

Ein Wort noch zum Papiermüll: da Altpapier einen gewissen Wert besitzt,
trägt es ein Stück weit zur Deckung der Fixkosten bei.
Das ist auch der Grund, warum wir auf Anfrage gern eine größere
Papiertonne bereitstellen - kostenlos.

Dass es Bürger gibt, die stattdessen für eine private Papiertonne
sogar bezahlen, finden wir verwunderlich. Obwohl solche Tonnen nach
aktueller Rechtslage untersagt werden könnten, haben wir darauf
bislang verzichtet. Dennoch fühlt sich der genannte Entsorgungsbetrieb
von den Gemeindewerken verfolgt - haben wir doch die Anmaßung
besessen, ihm das Leeren unserer eigenen (!) Papiertonnen zu
verbieten. Er hält dergleichen für sein gutes Recht - dies zum
Verständnis seiner Klage, "Rechte" würden "einfach ignoriert".